Studierendenwerk Aachen AöR

Nachhaltigkeit in Mensa & Wohnheim

Etwa 5.500 Mahlzeiten gehen jeden Tag über die Theke der Hauptmensa in Aachen. Ein Betrieb, der viel Energie verbraucht: Kühlhäuser, Kälteanlagen und Kochstationen sind unerlässlich, aber benötigen viel Strom. Zwar kann der Energieverbrauch durch neue und moderne Geräte reduziert werden, der Optimierungsbedarf aber bleibt bestehen. Mit einem nachhaltigen Energiekonzept lässt sich nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch Energie und Kosteneinsparen. Jochen Kühn hat sich das zum Ziel gesetzt. Er ist der Bereichsleiter im Gebäudemanagement des Studentenwerks Aachen, er wacht über Mensen, Wohnheime - und deren Energieverbrauch.

"Der Umbau der Hauptmensa war ein sehr großes Projekt, bei dem wir in den letzten sechs Jahren sehr viel Zeit für die Planung und Ausführung der sehr komplexen Gebäudetechnik aufgewendet haben", sagt Kühn. Besonders stolz ist er auf das BHKW, das Strom zum Eigenverbrauch des Objektes erzeugt. Die Abwärme des Motors wird zusätzlich zur Wärmegewinnung genutzt. "Durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung besteht in der Hauptmensa auch die Möglichkeit, die Wärme über Absorptionsanlagen in Kälte umzuwandeln." Große Wärme- und Kältespeicher sollen in Verbindung mit den Lüftungsanlagen und Kältemaschinen für einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb sorgen. Weil die Mensa vor allem am Mittag genutzt wird und dadurch sehr große Lastspitzen entstehen, kam dem Bereichsleiter die Idee, über eine Stromcloud von benachbarten, weiteren BHKW des Studentenwerks den externen Strombezug weiter zu reduzieren.

Um zusätzlich die Energiekosten zu optimieren, arbeiten Kühn und sein Team seit 2008 mit dem VEA zusammen. "Dabei geht es vor allem um das Thema Strom-und Gaseinkauf. Wir haben große Kosteneinsparungen durch Strom- und Gasauktionen", sagt Kühn. Dabei bekomme er vom VEA regelmäßig Rückmeldung über den Energieverbrauch der einzelnen Objekte und auf Wunsch auch Beratung.

Es geht vor allem um das Thema Strom- und Gaseinkauf. Wir haben große Kosteneinsparungen durch Strom- und Gasauktionen.

Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit nun ausgebaut werden. Als eines der ersten Studentenwerke werden die Aachener ein Energieaudit mit Hilfe des VEA durchführen. Dabei wird der aktuelle Energie-verbrauch der Gebäude und Anlagen analysiert und weitere Trends zur künftigen Entwicklung und deren Kosten aufgezeigt. Denn: Mit dem Austausch alter gegen neue Anlagen und Geräte konnte die Effizienz zwar enorm gesteigert und deutliche Einsparungen an Kilowattstunden erzielt werden. "Aber irgendwann kommt man an einen Punkt, wo man in den Wohnheimen kaum noch Strom einsparen kann", sagt Kühn.

"Studenten haben einen überproportionalen Stromverbrauch, weil meist ein ganzer Haushalt in einem Zimmer steckt."Zwar konnte der Stromverbrauch im Jahr 2014 wie auch schon in den Vorjahren um weitere 100.000 auf nunmehr 4,65 Millionen Kilowattstunden reduziert werden. Doch der Fokus für die Zukunft liegt eindeutig in dem Ausbau der Gebäudeleittechnik. Per Datenübertragung werden die Heizungs- und Lüftungsanlagen der Objekte überwacht und die Werte analysiert. Häufig fällt noch auf, dass viele Anlagen fehlerhaft erstellt worden sind und unnötig Energie verbrauchen. Nach Herstellung des Normalbetriebs können durch Verbesserung der Betriebszeiten und Temperaturen noch enorme Einsparpotentiale erzielt werden. Die Analyse des VEA wird Jochen Kühn dabei zugutekommen.

Im Dienst der Studierenden

Zu den Aufgaben des Studentenwerks Aachen zählen neben der Bereitstellung von günstigem Wohnraum und Gastronomie auch die finanzielle Förderung und Kinderbetreuung. In den Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks fallen die RWTH Aachen, die Fachhochschule Aachen sowie die Hochschule für Musik Köln am Standort Aachen.

Das Studentenwerk ist als Anstalt öffentlichen Rechts eine eigenständige Institution. Es bietet den Studierenden momentan 4.811 Bettplätze in 23 Wohnheimen in Aachen und Jülich an. Mit den gastronomischen Einrichtungen und den Wohnheimen erzielte das Studentenwerk im Jahr 2014 einen Umsatz von 18,8 Millionen Euro.